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Medizinstudium Münster medicampus: Aktueller Standpunkt

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Inhalt: Prof. Dr. Hallmann

Prof. Dr. Hallmann

o Tätigkeit:

Biochemie-Professor, Leiter der Biochemie-Kurse in der Vorklinik

 

o Wie sind Sie zur Biochemie gekommen?

Ich bin über die Chemie zur Biochemie gekommen, und das schon als Schüler. Zuerst einmal fand ich die Chemie mit ihren Atomen und Molekülen sehr spannend, und irgendwann habe ich dann gemerkt, dass die Biochemie sogar noch interessanter ist. Ich habe in Bochum ein Chemiestudium begonnen, das allerdings hauptsächlich weil mein Notenschnitt nicht ausreichte. Im Gegensatz zu den Medizinstudenten hier
in Münster heute hatte ich kein 1,0-Abitur – das brauchte man allerdings
auch 1976 schon für einen Biochemie-Studienplatz,
weil das Semester gerade einmal 20 Leute umfasste. Die wurden damals
bundesweit einmal im Jahr in Tübingen zugelassen. Meinen Studienplatz habe
ich dann ein Semester später bekommen, nachdem ich bereits in Bochum
angefangen hatte. Mir war aber von Anfang an klar, dass ich unbedingt
Biochemie studieren wollte.

Die Alternative dazu wäre Germanistik gewesen. Das lag natürlich wie häufig
am Lehrer in der Schule. Ich habe mich dann aber gegen Germanistik
entschieden, weil ich befürchtete, ich könnte danach nie wieder in Ruhe ein
Buch lesen.

Primäres Ziel bei meinem Biochemiestudium war dann die Forschung. Ich
wollte nicht unbedingt Lehrer werden, sondern Forscher sein und bin dies auch
immer noch sehr gerne. Meiner Meinung nach kann man auch nur dann
vernünftig lehren, wenn man auf der Höhe der aktuellen Forschung bleibt. Ich
bin kein Freund der Trennung von Lehre und Forschung.


o Vorhaben für die Zukunft:

Ich werde sicher weiterhin an den Endothelzellen der Blutgefäße arbeiten, weil
ich die sehr spannend finde. Es gibt auf diesem Gebiet noch viel zu tun, und wir
verstehen kaum etwas davon, wie diese Zellen funktionieren. Auch wenn Sie
mittlerweile in jedem Lehrbuch etwas darüber finden, was ein Blutgefäß ist –
was ein Blutgefäß in verschiedenen Organen auszeichnet ist dramatisch
unterschiedlich. Die Signale dafür verstehen wir bisher überhaupt nicht. Wenn
ich da einen Beitrag zu leisten kann, bin ich sehr zufrieden.


Von Seiten der Lehre würde ich mich dafür interessieren, den Studierenden der
Medizin nahezubringen, wie spannend Forschung ist. Das versuche ich momentan schon, aber ich würde mich freuen wenn wir das noch weiter treiben könnten. Ich möchte mehr Leute dazu anregen, experimentell arbeiten zu wollen, obwohl Sie gleichzeitig Mediziner werden wollen. Es ist durchaus legitim, beides zu machen.


o Lehre bedeutet für mich……


…dem Lernenden zu zeigen, wie spannend ein Thema ist.


o Was sollten die Studierenden aus der Biochemie in die Klinik mitnehmen? Halten Sie den Gegenstandskatalog im Großen und Ganzen für angemessen?


Wenn man heute Medizin über die Allgemeinarztpraxis hinaus betreiben will,
d.h. an einem Klinikum in leitender Position arbeiten möchte, dann muss man
ein Grundverständnis der Biochemie haben. Dieses Grundverständnis kann
allerdings nicht nur darin bestehen, dass Sie mal gelernt haben wie die
Glykolyse funktioniert. Das kann man heutzutage jederzeit bei Wikipedia
nachlesen, die einzelnen Schritte sind dabei relativ langweilig. Das Interessante
daran ist: Warum funktionieren solche Pathways eigentlich? Von daher möchte
ich gerne, dass die Medizinstudierenden ein tieferes Verständnis dafür erlangen.
Ich wünsche mir ein Verständnis für Regelkreise. Diese Regelkreise lernen wir
ständig neu, deswegen ist der Gegenstandskatalog eigentlich eine grausame
Geschichte. Die Stichworte die in diesem Katalog stehen, sind eigentlich immer
20 Jahre hinterher gegenüber dem, was man aktuell wissen sollte.


o Was war/ist Ihr größter Erfolg?


Das würde ich persönlich beantworten. Als größten Erfolg für mich persönlich
würde ich es bezeichnen, einmal als Skipper ein Boot mit Crew trotz
stürmischer Bedingungen heil in den Hafen gebracht zu haben.


o Das mache ich, um schlechte Laune zu vertreiben…

Das Vertreiben von schlechter Laune funktioniert bei mir ganz gut, indem ich an
irgendwas völlig anderes denke. Ich habe früher sehr viel Go gespielt. Go oder
Schach ist ideal, um auf andere Gedanken zu kommen. Heute mache ich eher Sport.


o Mein schönster Studienmoment:

Da gibt es viele. Einer der schönsten Momente war sicherlich am Max Planck
Institut in Martinsried, wo ich als Student ein Jahr lang ein Praktikum gemacht
habe. Dort ein eigenes Projekt zu bekommen und das erfolgreich bearbeiten zu
können war ein großer Erfolg. Das war dann auch 1983 meine erste Veröffentlichung. Das war als Student eine große Ehre und hat viel Spaß gemacht.


o Nach Feierabend mache ich gern…

…kochen. Wir kochen jeden Abend, wenn wir nach Hause kommen, egal wie
spät es ist. Ich gehe auch gerne ins Kino oder sehe Filme. Außerdem lese ich viel.


o Die 2 klügsten Köpfe der Zeit sind für mich:

Es gibt viele kluge Köpfe. Sowohl Philosophen, als auch Naturwissenschaftler,
die breit aufgestellt sind. Einer der klügsten Köpfe aus der Naturwissenschaft
und ein Visionär ist für mich Craig Venter. Das ist der Biochemiker, der die automatische DNA-Sequenzierung dramatisch beschleunigt hat. Venter hat im Gegensatz zu öffentlich geförderten Forschungskonsortien gesagt, er könne die Sequenzierung schneller schaffen und dazu eine eigene Firma gegründet. Er nutzte diese Technik später, um neue Lebewesen in den Weltmeeren zu finden.


o Abschlusskommentar:

Ich rate den jungen Leuten, sich breit aufzustellen und auch nach links und rechts zu schauen – nicht immer nur geradeaus und auf das, was der Gegenstandskatalog oder der Studienplan gerade vorsieht. Machen Sie was anderes! Je mehr verschiedene Sachen Sie machen, desto besser. Besuchen Sie einen Rhetorikkurs, belegen Sie ein Seminar in alter Geschichte – was immer Sie sehen und interessant finden sollten Sie sich genauer ansehen.

 

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